«Mit CF im Leben stehen»

Familienwunsch und CF?

Das klinische Bild der CF hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert. Die verlängerte Lebenserwartung und der verbesserte Gesundheitszustand bringen völlig neue Themen und Fragestellungen mit sich. Durch diese in den letzten Jahrzehnten grundlegend veränderte Situation gewinnen Fragen der Sexualität, Familienwunsch, Empfängnisverhütung, Fertilitätsberatung und Schwangerschaftsbetreuung zunehmend an Bedeutung. Diese Themen gehören daher in die CF-Sprechstunde bei Jugendlichen und Erwachsenen.

Die Krankheit kann als eine Belastung in einer Beziehung erlebt werden. Es sind aber weder bei Frauen noch Männern mit CF signifikante Unterschiede im Sexualverhalten im Vergleich zu gleichaltrigen gesunden Mitmenschen bekannt. Es zeigten sich keine Unterschiede bezüglich des Alters bei Beginn sexueller Aktivitäten sowie der Häufigkeit sexueller Kontakte. Die Fruchtbarkeit kann beeinträchtigt sein, die Sexualfunktion aber ist normal (die üblichen Vorsichtsmassnahmen wie Empfängnisverhütung und Schutz vor HIV müssen getroffen werden).

Grundsätzlich ist es auch möglich, einen Kinderwunsch zu realisieren. Junge Frauen können mit gewissen Einschränkungen schwanger werden und trotz einer hohen Unfruchtbarkeitsrate bei den Männern gibt es dank medizinischer Unterstützung die Möglichkeit, Vater zu werden.

Einige Fragen, die dem Arzt/ der Ärztin im CF-Zentrum gestellt werden können:  

  • Kann ich schwanger werden?
  • Welcher Gesundheitszustand ist dazu erforderlich?
  • Wie wirkt sich eine Schwangerschaft auf meine langfristige Gesundheit aus?
  • Mit welcher Wahrscheinlichkeit wird mein Kind auch CF bekommen? Was gibt es für Möglichkeiten, um Vater zu werden?
  • Bin ich fruchtbar und zeugungsfähig?

Einer geplanten Schwangerschaft sollte ein ausführliches Gespräch zwischen Ärztin/ Arzt und beiden Partnern vorausgehen, in dem offen alle möglichen Komplikationen besprochen werden. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den CF-Zentren und der gynäkologischen Sprechstunde fördert die besseren Informationen über mögliche krankheitsbedingte Abweichungen. Lesen Sie dazu auch die Broschüre Worüber nicht gesprochen wird.

Nach den ärztlichen Grundinformationen stehen Ihnen für psychosoziale Fragen im Zusammenhang mit Partnerschaft, Familie und Beziehung auch die Sozialarbeitenden der CF-Zentren oder die regionalen Fachberatungsstellen zur Verfügung.